Speicheldrüsen

Speicheldrüsen

Die Speicheldrüsen produzieren etwa 0,5 bis 1,5 l Speichel pro Tag. Speichel erweicht die Nahrung und daut sie an, die Speicheldrüsen gehören zu den Verdauungsorganen.  Der Speichel hat eine wichtige Aufgabe für das Immunsystem, er enthält sogenannte Immunglobuline, vor allem das Immunglobulin A (IgA). Die Immunglobuline bekämpfen über die Mundschleimhaut eindringende Krankheitserreger. Außerdem hat Speichel eine Schutzfunktion für die Zähne.

Man unterscheidet große und kleine Speicheldrüsen:

Große Drüsen:

  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis),
  • Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
  • Unterzungenspeicheldrüse (Gandula sublingualis).

 Viele kleinen Speicheldrüsen befinden sich in der Lippen-, Wangen- und Gaumenschleimhaut.

Entzündungen der Speicheldrüsen und ihre Ursachen:

Bakterien oder Viren (z.B. Mumps) können schmerzhaften Entzündungen der Speicheldrüsen hervorrufen. Häufig sind jedoch Speichelsteine Grund einer Entzündung. Sie blockieren den Ausführungsgang der Drüse, ein Speichelrückstau entsteht. Gestauter Speichel führt zu einer weiteren Schwellung der Drüse und Blockade der Ausführungswege. In diesem Millieu vermehren sich Bakterien besonders gerneund es kommt zu einer eitrigen Entzündung.

Speichelsteine:

Speichelsteine treten am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Grund sind häufig Veränderungen  in der Speichelzusammensetzung, z.B. bei Hyperkalzämie, Diabetes mellitus oder Gicht. Einige Menschen haben eine genetische Disposition, hier beobachtet man das gleichzeitige Auftreten von Speichel-, Gallen- oder Nierensteinen. Die Größe von Speichelsteinen kann wenige Millimeter bis zu ca. zwei Zentimetern betragen.  Sie bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und -karbonat.

Symptome

  • Speicheldrüsenentzündungen treten meist plötzlich und einseitig auf (Mumps oft beidseitig).
  • Die entzündete Drüse schwillt an, ist tastschmerzhaft und wird hart
  • Die Haut über der Drüse ist gerötet und fühlt sich überwärmt an
  • Die Schwellung und die Schmerzen nehmen beim  Essen und danach zu (vermehrte Speichelbildung).
  • Entleert sich Eiter in den Mund entfaltet sich ein unangenehmer Geschmack.
  • Das Kauen und die Mundöffnung sind erschwert, da Kiefergelenk und Kaumuskulatur

 

Komplikationen

Bildet sich ein Abszess (abgekapselte Eiterhöhle), ist die Gefahr für eine Blutvergiftung erhöht.

Chronisch auftretende Speicheldrüsenentzündungen lassen die Drüse vernarben. Die Speichelproduktion ist eingeschränkt oder aufgehoben. Treten dann wiederholt Entzündungen auf, sollte die Drüse operativ entfernt werden.